Gerald Reischl

12. Februar 2008 – Das Google-Phone unter der Lupe

Googles Handy-Pläne sind der Mobilfunkbranche ja nicht ganz egal. Als im Herbst 2007 Google-CEO Eric Schmidt ankündigte, mit der Plattform Android ins mobile Business einzusteigen und seine 33 anderen Partner der Open Handset Alliance präsentierte, legte sich Google die Latte sehr hoch. Beim Mobile World Congress in Barcelona, bei dem ich seit dem Wochnende bin, hatten viele gehofft, dass Google seine Handy-Pläne vorstellt und dass es das erste Google-Phone zu sehen gibt. Leider hat sich die Firma aus Mountain View in Sitzungszimmern eingeschlossen und sagt nichts zum G-Phone.

Allerdings gibt es sechs Firmen, die erste Handy-Prototypen auf Basis von Android vorstellen: ARM, Texas Instruments, Qualcomm, NEC, ST Micro Electronic und Marvell. Und auf drei Ständen konnte ich Android unter die Lupe nehmen und mich mit den Prototypen selbst spielen. Android ist, so die Wikipedia-Definition, die Bezeichnung für einen Roboter, der einem Menschen täuschend ähnlich sieht und sich menschenähnlich verhält.

Nun zu meinem Test: Das Menü ist nichts Besonderes, ist eigentlich auch jenen ähnlich, die man heute schon in den Handys von Nokia, SonyEricssson oder Samsung findet: Symbole (auch Shortcuts genannt), mit denen man in die einzelnen Untermenüs kommt. Ein Globus, mit dem man sich ins Internet einloggt: Startseite ist – welch eine Überraschung - Googles Suchfunktion. Ein Briefkuvert, mit dem der eMail-Dienst gestartet wird: Man aktiviert – auch kein Zufall - Google-Mail bzw. G-Mail. Es gibt ein Landkarten-Symbol: Man landet – richtig geraten - auf Google Maps. Der Unterschied ist auf den ersten Blick alles andere als revolutionär. Und die Fehlermeldung, die das Google-Phone auf dem Stand von Texas Instruments produzierte, war wenig überraschend. „Nehmen Sie ja kein Foto davon auf“, wurde ich von einem Texas Instrument-Sprecher gewarnt, allerdings hatte ich das Foto leider schon gemacht. Leider verschwommen.

Also revolutionär ist Android nicht. Für mich der Beweis, dass jemand, der eine gute Webseite für ein 13-Zoll-Notebook oder einen 24-Zoll-iMac produziert, nicht unbedingt auch beim “kleinen Internet” erfolgreich sein muss.Ich habe auf Flickr einige Fotos gestellt, wie das Android-Menüs aussieht. Auf der Bilderleiste auf der Eingangsseite sind die Fotos auch zu sehen. Die Krönung war das „Handy“ von Qualcomm, es war nämlich ein Konstrukt aus Platinen und zwei Displays. Auf die logische Frage, wann es denn das erste Google-Phone gäbe, wurde mit „zweite Jahreshälft 2008“ beantwortet. T-Mobile hat auf der Pressekonferenz sein erstes Android-Handy für das vierte Quartal angekündigt. Allerdings gibt es auch Gerüchte, wonach sich der Android-Start auf 2009 verschieben würde. Sensationell ist es jedenfalls nicht. Aber vielleicht wird’s in Kombination mit Gratis-Telefonie der Verkaufsschlager…und dass Google Gratis-Telefonie anbietet, steht ja auch im Raum….obwohl - warum gibt es dann Partner wie T-Mobile oder TIM?

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