Da es bei mir in den vergangenen zwei Wochen beruflich ein wenig rund gegangen ist, wie man so sagt, komm ich erst heute wieder dazu, einen Blog-Eintrag zu schreiben. Außerdem habe ich vergangene Woche mal zwei Tage IT-Ferien eingelegt, Computer nicht eingeschaltet und auch keine Handy-Anrufe entgegen genommen – was zu Pfingsten insofern nicht schwierig war, weil T-Mobile ein technisches Problem im Raum Wiener Neustadt hatte und 3G-Handys nicht funktioniert haben. UMTS-Handys hätten auf den GSM-Modus umgeschaltet werden müssen, damit man mit ihnen hätte telefonieren können…das hab ich (zum Glück) aber erst gestern erfahren.
Für mich war das IT-freie Wochenende, an dem ich wieder gelesen (Phi Phi Island/Josef Haslinger sowie Die Entdeckung des Eisens/Werner Kieser) und nachgedacht habe, Anlass für einen großen Artikel, der morgen im KURIER erscheinen wird. Titel: „Die rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“, in der Story versuche ich, die Nachteile der IT-Ära auf den Punkt zu bringen. Web und Handy haben unser Leben erleichtert, aber auch beschleunigt. Und das ist nicht immer gut…
Wenn ich die vergangenen zwei Wochen kurz Revue passieren lasse, gab es zwei Höhepunkte, wobei der eine nicht wirklich einer war: Die Diskussion zur „Google-Falle“ in der Buchhandlung Thalia in Wien 3 war eher nicht das, was ich mir von einer Diskussion erwartet hatte…die Organisation war schwach und ich war schwach (zu angespannt). Ich habe bei der Diskussion einen Diskutanten ziemlich heftig und unfair kritisiert…was mir im Nachhinein leid tut…Sorry an dieser Stelle…die heftige Reaktion hatte damit zu tun, dass ich bei einer anderen Diskussion frontal attackiert worden war und das vermeiden wollte.
Ein Höhepunkt, der wirklich einer war, war die Überreichung des New Media Awards am Mittwoch im Marmorsaal des Belvedere – dort, wo auch der Staatsvertrag unterschrieben wurde. Der ÖJC (Österreichischer Journalisten-Club) vergibt diesen IT-Journalisten-Preis einmal im Jahr, heuer wurde ich geehrt. Und mein Kollegen und Freund Helmut Spudich vom „Standard“ hat die „Laudatio“ (wie das klingt…) gehalten. War eine echt nette Rede, die mich gefreut und sehr motiviert hat. Helmut war der Preisträger im Vorjahr, 2006 hatte mein Kollege und Podcast-Partner (Pressestunde.net) Georg Holzer den Award erhalten.

Es war eine wirklich würdige Feier in einem sehr festlichen Rahmen, mit Familie und Freunden. Bundesministerin Doris Bures hat mir den Preis überreicht – eine Urkunde und einen 3000-Euro-Scheck. Mit dem Geld (die Frage werden sich nun einige stellen) werde ich mein Hightech-Haus upgraden, bekomme da ein paar neue Spielereien und außerdem werde ich auch an Ärzte ohne Grenzen was überweisen. Ich habe deren Arbeit im Rahmen meiner Reporter-Tätigkeit während des Bürgerkriegs in Ruanda (von dort habe ich für den KURIER berichtet) kennen- und auch schätzen gelernt.
Ich habe auf Flickr einige Fotos der Zeremonie gestellt. An dieser Stelle möchte ich dem ÖJC und hier vor allem ÖJC-Präsident Fred Turnheim und seinem Team für die Organisation danken!
