Montag und Dienstag San Francisco, wo ich dabei sein durfte, wie Steve Jobs das neue iPhone 3G präsentierte (mehr darüber morgen), Mittwoch und Donnerstag Santa Clara: Heute hatte ich die Möglichkeit mir beim Intel Research Day etwa 75 Produkte aus dem Forschungslabor Intels anzusehen und erklären zu lassen. Intel, an sich eine Firma, die ja nur jene kennen, die sich für Prozessore interessieren (manchen ist vielleicht auch das Logo „Intel inside“ aufgefallen, das auf den neuen Notebooks gleich bei der Tastatur klebt). Doch der US-Konzern baut nicht nur Chips, sondern versucht sich auch in anderen Entwicklungen, die etwa hundert Journalisten aus der ganzen Welt gezeigt wurden. Ich war der einzige österreichische Vertreter, neben mir waren noch ein Kollege vom Spiegel, von der Süddeutschen Zeitung und der Sendung Galileo von Pro7.
Die spannendsten Projekte, die ich heute zu sehen bekam, waren für mich die eHealth-Lösungen, also Produkte, die auf die Kranken- und auch Altenvorsorge abzielen und die künftig unsere Gesundheit überwachen und ermöglichen sollen, dass alte Menschen künftig länger daheim leben können. Neben bioelektronischen Chips, die Blut, Lebensmittel und andere organische Substanzen innerhalb weniger Minuten oder Stunden analysieren können (ausführlich schreibe ich darüber kommenden Donnerstag), Funkchips, die alte Menschen auf Schritt und Tritt überwachen und ihr Tun kontrollieren, hat mich ein Projekt fasziniert, das sich „Mobile Heart Health“ nannte. Herzstück dieser Entwicklung, die mir die Forscherin Margaret Morris erklärt hat, war das „Moodphone“ – ein Handy, das mit einem Programm bestückt war, das die Stimmung des Trägers analysieren konnte – auf einer vierteiligen Karte mit den Koordinaten „positiv“ und „negativ“ sowie „energiereich“ und „energiearm“ muss man auf dem Touchscreen eintippen, wo in etwa man sich sieht, wie man sich fühlt. Derzeit muss man noch auf einer Stimmungslandkarte am Handy eintippen, künftig soll ein Sensor, der an die Brust geklebt wird, die Stimmung automatisch speichern und an das Moodphone übertragen. Ähnlich wie es Biofeedback-Programme machen, errechnet die Stimmungs-Software, wie es mir tatsächlich geht und was ich ändern könnte/müsste, damit es mir noch besser oder wieder gut geht. Dieses könnte mir dann etwa vorschlagen, dass meine Stimmung dann steigt, wenn ich vom Büro nach Hause komme, Mozart höre, mich in diese oder jene Ecke des Hauses oder der Wohnung setze, mir einen Apfel, ein Glas Wein oder einen Espresso gönne oder ein Buch lese oder mit den Kindern spiele. Noch ist das eine Vision, aber Margaret Morris meinte, dass es durchaus möglich ist, dass es so Moodphone in den kommenden Jahren tatsächlich gibt. Das Interesse an ihrer Entwicklung sei groß.


