Heute habe ich mehrere eMails und Leserbriefe zur Google-Thematik erhalten. Drei will ich zur Diskussion stellen, weil sie meines Erachtens zeigen, dass Aufklärungsarbeit eine schwierige Aufgabe (siehe eMail 1) aber nicht hoffnungslos (siehe eMails 2 + 3) ist:
Guten Tag, erstaunlich, wie viel Raum Ihnen der KURIER für Ihren jahrelangen, sinnlosen Kampf gegen Google zur Verfügung stellt. Ihre Artikel machen keinen Sinn aus mehreren Gründen:
1) Sie werden Google nie daran hindern können, ihre Strategie zu ändern.
2) Detto werden Sie den weltweiten Kundenzulauf zu Google nicht bremsen können.
3) Sie zerbrechen sich den Kopf der User und warnen vor dem bösen großen Bruder. Aber sagen Sie mir (und Ihren Lesern) einmal konkret, wie Google mir schaden könnte. Selbst wenn sich jemand bei Google dafür interessieren sollte, womit sich Otto H. aus Wien im Internet beschäftigt: Was zum Kuckuck sollten sie mit diesem Wissen zu meinem Schaden anrichten? Wenn Google hingegen die gespeicherten Daten lediglich dazu benützt, Informationen und Werbung auf meine Bedürfnisse „auszurichten“, dann kann ich damit leben. Andere tun das übrigens auch, z.B. Amazon. Und wen das stört, der braucht nur Yahoo anzuklicken - so einfach ist das.
Mit freundlichen Grüßen OttoH.
Sehr geehrter Herr Reischl,
Mein Bravo zu Ihren Kommentaren vom 20. November und von heute, 9. Dezember, betreffend die Entwicklung des Konzerns Google. Nach meinem Wissensstand sind Sie dzt. der Einzige hier, der Google in Frage stellt und kritische Beiträge schreibt. Sie treffen damit meine Meinung punktgenau.
Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang O.
Sg Hr Reischl,
ich lese sehr gerne Ihre Kommentare zu Google und Co, und habe auch schon oft Tipps zu interessanten
Websiten bekommen und auch befolgt
Meine Frage wäre nun, was Sie als alternative Suchmaschine zu Google verwenden.Wir haben es eine Zeitlang
mit ixquick.com versucht, aber sind darauf gekommen, dass Google die meisten Treffer anzeigt…deshalb verwenden
wir auch weiterhin Google, obwohl uns die Machenschaften dieses Konzerns eigentlich gegen den Strich gehen.
Vielleicht könnten Sie uns helfen, eine ordentliche Alternative zu finden??
Vielen lieben Dank,
Norbert S.



Hallo Gerald!
Schöne Post hast Du da bekommen. Mit einem älteren Herrn Rechtsanwalt der Variante 1, der keine Ahnung von Informatik hat, durfte ich erst letzthin ein kurzes (weil sinnloses) Gespräch führen.
Allen, denen nicht klar ist, warum Google & Co. für diese Welt ein Problem darstellen, sei die folgende Lektüre wärmstens empfohlen:
Hans G. Zeger: “Mensch.Nummer.Datensatz: Unsere Lust an totaler Kontrolle”
ISBN: 978-3701731022
€ 22.00, die in jedem Fall gut insvestiert sind.
Trotz des ernsten und eher trockenen Themas ist das Buch nicht nur lehrsam sondern auch sehr unterhaltsam.
Liebe Grüsse aus der Schweiz
Levente
Ich befürchte, es wird einfach keine Lösung geben für das “Problem”.
Wichtiger ist dann schon der bewusste Umgang mit den diversen Services. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass man seine privaten Daten Dritten in die Hände gibt. Ob das jetzt der Bipa ist, der meine Kundenkarte hat, der Staat, der über mein Einkommen Bescheid weiß, oder Google, die wissen was ich im Internet ansehe, ist mMn gar nicht so wichtig.
Guten Tag!
Ich freue mich, einen kritischen und reflektierten Experten zum Thema Suchmaschinen gefunden zu haben. Kritischer Konsum ist ein eine überaus wichtige Sache, egal in welchem Bereich. Ich möchte gerne um Ihre Meinung zu den mir kürzlich bekannt gewordenen angeblich “korrekten” Suchmaschinen bitten:
http://www.ecosia.org
http://www.forestle.org
Es heißt, hier werden erstens die Daten der Suchanfragen nicht gespeichert, und zweitens durch jede Suchanfrage wird Geld in Regenwaldprojekte investiert. Sind diese zwei Punkte ernst zu nehmen?
Freundliche Grüße,
Mario S.
feedback zum blog:
hier sind alle Einträge mit 9.12.2009 datiert
Hallo Hr Reischl,
großes lob zu dem tollen Buch. Es liefert mir immer wieder gute Argumente in den zahlreichen Diskussionen mit naiven Nutzern, die die Gefahren des ausufernden Datenmissbrauchs nicht sehen. Ich habe erst letzten Sommer wieder einmal den Klassiker 1984 von Orwell gelesen und muss immer wieder erschrecken, wie nah wir diesem Zustand gekommen sind.
Btw.: eine gute Möglichkeit sich gegen die vielen Analyse-Skripte (google-analytics, etc.) haben Sie in Ihrem Buch vergessen zu erwähnen. Das Firefox-Plugin NoScript verhindert das Ausführen von Skripten und zeigt zudem welche Skripte auf welchen Seiten ausgeführt werden.
Hochachtungsvoll
Torsten H
xkf8bL http://jfkIj4nC01mcKkavYstU3l.net